Das Buch so „durchgezwitschert“

0
112
Andrea-Yvonne Mueller und Natalia Szulc
Lesung auf Einladung der Stiftung Karl Dedecius Literaturarchiv im Frankfurter Blok O, mit Andrea-Yvonne Müller, Autorin und Journalistin der Märkischen Allgemeinen Zeitung, aus „Großmamas Chopin - Chopin babci“, Moderation Ilona Czechowska

Tolles Publikum, eine wunderbare Natalia und die Frage: Warum Polnisch im kubanischen Dschungel nützlich ist, aber nicht nur – Lesung mit Andrea-Yvonne Müller im BLOK O in Frankfurt an der Oder

Mit dem Kofferraum voller russischer Piroggen, Rote-Beete-Konzentrat und Piwo aus Slubice, stoppe ich in Frankfurt an der Oder gleich hinter der Brücke vor Blok O in der Karl-Marx-Straße.

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen!

Buchlesung in Frankfurt/Oder
Lesung auf Einladung der Stiftung Karl Dedecius Literaturarchiv im Frankfurter Blok O, mit Andrea-Yvonne Müller, Autorin und Journalistin der Märkischen Allgemeinen Zeitung, aus „Großmamas Chopin – Chopin babci“, Moderation Ilona Czechowska

Gleich werde ich hier aus meinem Buch „Grossmamas Chopin – Chopin babci“ lesen. Erstmals werden hier auch während der Lesung die Zeichnungen von Marzena Grzybowska gezeigt. Mit wenigen Handgriffen sind Laptop und Stick an den riesigen Fernseher angeschlossen.

Gäste kommen mit eigenen Geschichten

Die ersten Gäste kommen und bringen ihre eigenen Geschichten mit. Uwe Fenger steckt mir seine Visitenkarte in die Hand. Er ist ein Flüchtlingskind. Sofort ist auch in diesem wunderbaren Raum von Blok O dieses Monstrum der deutsch-polnischen Geschichte. Wolfgang Armin Strauch hat ganz und gar sein eigenes Buch mitgebracht mit dem Titel „Dr. Aegidius Strauch – Gefangener des Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg“. Auch dieses beschäftigt sich mit der Vergangenheit. Am Tresen treffe ich eine sehr lebendige Blondine. Sie wird mir als Bibliothekarin Anna (Annette) Rätzel vorgestellt. „Ihr Buch habe ich in einem Ruck durchgezwitschert“, verrät sie mir. Wir lachen über diese originelle Formulierung.

Bibliotheks-Führung
Dr Hans-Gerd Happel führte die Gäste der Buchlesung durch die Bibliothek der Viadrina. Foto: am

Inzwischen ist auch Dr. Hans-Gerd-Happel eingetroffen, der Chef der Dedecius-Stiftung und Direktor der Viadrina-Bibliothek. Er wird später noch durch sie führen.

Dann ist auch Dr. Ilona Czechowska da, die ich bereits letztes Jahr beim Bereska-Symposium kennengelernt habe. Wie damals wird sie auch diese Veranstaltung moderieren. An ihrer Seite finde ich Natalia Szulc, die mit mir meine Texte lesen wird: Sie auf Deutsch, ich auf Polnisch. 

18 oder sieben Fälle?

„Ist das hier nur auf Polnisch“, erkundigt sich eine Dame besorgt. Ich kann sie beruhigen. Zum Glück bleibt sie. Andere suchen sich gute Plätze in den vorderen Reihen. Wie ich erfahre, lernen einige meiner Gäste diese wunderbare Sprache mit den 18. Fällen. „Ich dachte sieben“, verbessert mich Ilona Czechowska im Gespräch mit dem Publikum. Theoretisch hat sie natürlich Recht. Praktisch jedoch… 

Lesung mit Andrea-Y. Mueller
Lesung auf Einladung der Stiftung Karl Dedecius Literaturarchiv im Frankfurter Blok O, mit Andrea-Yvonne Müller, poln. Autorin und Journalistin der Märkischen Allgemeinen Zeitung, aus „Großmamas Chopin – Chopin babci“, Moderation Ilona Czechowska Fotos: Viadrina-Pressestelle / Heide Fest

Dann beginnt die Lesung. Natalia schlägt sich super. Ab und zu haben wir mit den Zungenbrechern in der jeweils anderen Sprache zu kämpfen. Komischerweise will uns das gleiche Wort nicht recht über die Lippen gehen: „Undurchdringlich – nieprzenikniony“. Und das auch noch im Instrumental!

Nichts als die Wahrheit

Es geht um die Geschichte aus dem kubanischen Dschungel. Eine Dame will nicht recht glauben, dass man ausgerechnet dort Polnisch gut gebrauchen kann. Ich versichere ihr und den anderen, dass ich in meinem Buch nur die Wahrheit und nichts als die Wahrheit erzählt habe.

BLOK O
Die Lesung fand in BLOK O auf Einladung der Karl-Dedecius-Stiftung statt. Foto: am

Für Deutschland gilt das mit dem Polnisch übrigens auch. Ja wirklich. Neulich im Supermarkt in Motzen (Landkreis Dahme-Spreewald) fand ich die Eier nur, weil ich Polnisch spreche. Der junge Mann, der gerade Ware auffüllte, hatte meine Frage auf Deutsch nämlich nicht verstanden. Erst als ich meine Frage gewagt auf Polnisch formulierte, führte er mich sofort zum richtigen Regal. Der Kuchen für das kommende Wochenende ist gerettet! 

Lesen Sie auch auf der Seite der Viadrina:https://www.europa-uni.de/de/struktur/unileitung/pressestelle/viadrina-logbuch/uni-leben/20190221-Lesung-Andrea-Mueller/Galerie/index.html

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here