„Sollen sie sich fürchten!“

Preisverleihung des Viadrina-Preises an Agnieszka Holland in Frankfurt an der Oder - meine Eindrücke

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Dankesworte von Agnieszka Holland
Agnieszka Holland bedankte sich mit einer kurzen Rede für den Viadrina Preis 2019. Foto: Andrea Müller

Ich verehre ihre Filme. Ich bewundere, dass die Regisseurin Agnieszka Holland eine Frau ist, die authentisch ist, die niemandem nach dem Mund redet und sagt, was sie denkt.

Preis für eine mutige Frau

Für ihre Filme und dafür, dass sie sich für die Wahrheit einsetzt, erhielt Agnieszka Holland in der vergangenen Woche den Viadrina-Preis in Frankfurt an der Oder. Er wurde ihr von der Präsidentin der Europa-Universität Viadrina Prof. Dr. Julia Blumenthal, von der Vorsitzenden des Kuratoriums des Förderkreises der Europa-Universität Viadrina Prof. Dr. Dagmara Jajeśniak-Quast sowie von der Geschäftsführerin der European Film-Academy Marion Döring überreicht.

Vor der Preisverleihung
Vor der Preisverleihung nutzen die Medien, aber auch viele Privatpersonen die Gelegenheit, ein Foto von Agnieszka Holland zu machen. Foto: Andrea Müller

Ausflug zur Preisverleihung mit Polnisch-Klasse

Ich lehre Polnisch an der Volkshochschule Dahme-Spreewald bei Berlin und nahm zu diesem Ereignis meine Klasse mit, um gemeinsam mit ihr diese weltbekannte Frau kennenzulernen. Sie ist bekannt für Filme wie „Hitlerjunge Salomon“ (1990), „In Darkness“ (2011), „Die Spur“ (2017) oder ihren vorerst letzten Film „Mr. Jones“ (2019). Agnieszka Holland richtete ihr Fähnchen niemals nach dem Wind – weder in kommunistischen Zeiten noch in Zeiten von PiS (Partei Recht und Gerechtigkeit). Agnieszka Holland ist eine Person, die Europa schätzt, die deutsch-polnischen Beziehungen, Demokratie und Menschenrechte.

Foto mit Publikum
Foto mit Publikum – Zur Preisverleihung mit Agnieszka Holland kamen viele Gäste Aus Deutschland und Polen. Foto: Andrea Müller

Zutiefst dankbar

Nach der Preisverleihung sagte Agnieszka Holland: „Vielen Dank an die Präsidentin, an das Kuratorium, an die Stadt Frankfurt / Oder, an die Preis-Gründer, an die Studenten, an die Dozenten. Ihnen allen danke ich für diese Ehre.“ Weiter sagte sie. „Ich bin zutiefst dankbar und begeistert, dass Sie mich mit diesem Preis ehren, der so viele wertvolle und mir nahe Eigenschaften vereint: Europa, die deutsch-polnischen Beziehungen, Zusammenarbeit, Gemeinschaft und Vergebung.“

Agnieszka Holland
Nach der offiziellen Preisverleihung gratulierten auch Polnisch-Schüler der VHS in Königs Wusterhausen Agnieszka Holland. Foto: Doris Gabel

Gelegenheit zum persönlichen Gespräch

In ihrer Einleitung zur Preisverleihung stellte Prof. Dr. Dagmara Jajeśniak-Quast die Frage, ob sich die polnische Gesellschaft vor Agnieszka Holland fürchtet. Sie selbst beantwortete diese Frage jedoch nicht, so dass ich mir die Frage notierte, obwohl ich nicht ahnte, dass ich kaum später gemeinsam mit meiner Polnisch-Klasse die Gelegenheit haben würde, mit Agnieszka Holland persönlich zu sprechen. Wir gratulierten ihr zum Viadrina-Preis. Sie staunte über unsere Polnisch-Kenntnisse.

Viadrina Förderpreis
Der Viadrina Förderpreis ging an die Studentische rechtswissenschaftliche Beratung am Collegium Polonicum Słubice. Foto: Andrea Müller

Es entwickelte sich ein interessantes Gespräch. Schließlich nahm ich meinen Mut zusammen und stellte ihr die Frage, die die die Professorin unbeantwortet gelassen hatte: Fürchtet sich die Gesellschaft vor Agnieszka Holland? Sie überlegte einen Augenblick, lächelte, bevor sie antwortete: „Sollen sie sich fürchten…!“

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